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Naturschutz

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Riedberger Horn

Neuer Vorschlag kann die geplanten Eingriffe am Riedberger Horn in keiner Weise kompensieren. Bild: DAV/Scheuermann Anlässlich der Kabinettssitzung 29.11.2016 in München ist einmal mehr deutlich geworden: Die Bayerische Staatsregierung strebt im Zusammenhang mit der geplanten Skischaukel am Riedberger Horn eine Änderung des Alpenplanes an. Diese Änderung lehnen die in der Alpenschutzorganisation CIPRA Deutschland zusammenarbeitenden Alpin- und Umweltschutzorganisationen ab.

Weitere Informationen und Hintergründe zum Riedberger Horn sowie dem Alpenplan finden Sie unter folgenden Link: http://www.alpenverein.de/presse/rettet-die-alpen-rettet-den-alpenplan_aid_28604.html



Verschaukelt

Im nahen Allgäu wollen Vertreter der altbekannten Skilobby und oberste Vertreter der bayerischen Staatsregierung ein Liftprojekt mit einem Stil verwirklichen, dass einem schwindelig werden könnte. Um was geht es: das Riedberger Horn, 1787 m hoch, oder besser gesagt: niedrig.
Seit Jahrzehnten versuchen Politiker und Bürger aus Balderschwang und Obermeiselstein mit einer Skischaukel beide Gemeinden zu verbinden. Man muss sich vor lauter Schwindel in der Schaukel festhalten: Die Neuerschließung liegt zum Teil in der Tabuzone Alpenschutzplan C! In dieser Zone (42 % des bayerischen Alpenraums) ist die bauliche Erschließung (mit Ausnahme von Alm- und Forstwegebau) zwingend verboten. Die Alpenkonvention ist kein beliebiges Papierl, sie ist ein völkerrechtlicher Vertrag und von der Bundesrepublik 1994 ratifiziert. Trotzdem fördert Heimatminister Dr. Söder – für Landes-ver-planung zuständig – das Projekt. Söder: „Man darf Heimat nicht unter die Käseglocke stellen!“ Umweltministerin Ulrike Scharf legt ihr Veto ein.
Da kann sich jeder denken, was er will.
Der Touristik-Chef Köhl motiviert: Am bayerischen Alpenrand entwickeln sich „Stille und Sinnsuche“ zum neuen Luxus. Der Chef der bayerischen Wirte Ulrich Brandl sagt: „In einer Welt, die immer vernetzter und gestresster wird, sucht der Mensch neben der Stille das Heimelige“. Wäre das nicht DIE Chance für unseren nördlichen Alpenrand? Können und wollen wir wirklich in der „Tieflage“ des Riedberger Horns den österreichischen Skigebieten Paroli bieten oder fällt uns etwas Anderes, etwas Besseres ein?
Da kann sich jeder denken, was er will.
Der Ministerpräsident und sein Heimatminister haben einen verwegenen Plan. Sie schauen dem Volk aufs Maul! Sie spielen mit der Basisdemokratie! 560 Bürger aus beiden Gemeinden stimmen bei einer Bürgerbefragung für die Skischaukel, das sind immerhin 49,77 % der 1125 Wahlberechtigten! Wer verschaukelt hier wen? Können in Bayern jetzt 560 Bürger völkerrechtlich gültige Verträge für ungültig erklären?

Nein. Mehrheits- und Volksentscheidungen können nicht Alles und Jedes rechtfertigen. Demokratie ist mehr als Abstimmungsprozedur, sie ist Wertegemeinschaft. Die Macht der Mehrheit wird in Deutschland immer noch von der Macht des Rechts kontrolliert und gebremst. Gelebte Wertegemeinschaft bitte und weniger populistische Worte zur Leitkultur!

Ist diese Geschichte ums Riedberger Horn nun Drama oder Komödie?
Seit Böhmermann weiß man, dass Satire Kunst ist. Also nehme ich mir die künstlerische Freiheit der Satire und lasse den Ehrenvorsitzenden der CSU selbst zu Wort kommen. Dieser hat uns mit den unvergesslichen Transrapid- und Problembärenreden bleibend beschenkt. Und ich erinnere nebenbei an das zehnjährige Todesgedenken unseres geliebten Petzibären Bruno. So ein Lieber!
Das Plagiat der originalen 28 Äh… Bruno-Rede von 2006 ist nur in wenigen Worten verändert, dem Heute am Riedberger Horn angepasst. Wer sich verschaukelt fühlt, hat alles richtig verstanden.

Äh… natürlich freuen wir uns, das ist gar keine Frage, wir freuen uns, und die Reaktion ist völlig richtig, äh… einen sich normal verhaltenden Heimatminister in Bayern zu haben. Äh… ja, des ist gar net zum Lachen. Äh… und der Bär ein Normalfall… ich muss mich ja auch… äh… auch der Ministerpräsident hat sich natürlich hier… äh… intensiv… äh… mit… äh… so genannten Experten ausgetauscht und austauschen… äh… müssen. Nun haben wir… äh… der normal verhaltende Minister lebt im Wald, geht ständig… äh… raus, und… äh… reißt vielleicht… äh… ein bis zwei Minister im Jahr. Äh… wir haben dann einen Unterschied zwischen dem normal sich verhaltenden Bär, dem Schadbär, und dem… äh… Problembär. Und… äh… es ist ganz klar, dass äh… dieser Bär… äh… ein Problembär ist und… äh… es ist im Übrigen auch, im Grunde genommen auch durchaus… äh… ein gewisses Glück gewesen, der hat um ein Uhr nachts… äh… praktisch… äh… diese Umwelthühner gerissen. Und… äh… Gott sei Dank war in dem Bayernvolk… äh… war… also jedenfalls ist… äh… das nicht bemerkt worden, aufgrund von… äh… es ist nicht bemerkt worden. Äh… stellen Sie sich mal vor, der ist ja mittendrin… stellen sie sich mal vor, die Leute wären raus und täten kapieren, dass sie ein Verbrauchsvolk geworden sind und kein Staatsvolk mehr sind und begegnen jetzt praktisch dem Bären… äh… was könnte da passieren? Da tät die Lot gludern!

Peter Rosner
Plagiator, Ehrenvorsitzender und Naturschutzreferent

Die legendäre Stoiber-Rede zum Problembären, Juni 2006

Der damalige Ministerpräsident Stoiber (CSU) hielt eine seiner legendärsten Reden zum Problembär – eine Rede mit 28 Ähs:

„Äh… natürlich freuen wir uns, das ist gar keine Frage, freuen wir uns, und die Reaktion war völlig richtig, einen… äh… sich normal verhaltenden Bär in Bayern zu haben. Äh… ja, des is gar net zum Lachen. Äh… und der Bär ein Normalfall… ich muss mich ja auch… äh… auch Werner Schnappauf hat sich natürlich hier… äh… intensiv… äh… mit… äh… so genannten Experten ausgetauscht und austauschen… äh… müssen. Nun haben wir… äh… der normal verhaltende Bär lebt im Wald, geht niemals… äh… raus, und… äh… reißt vielleicht… äh… ein bis zwei Schafe im Jahr. Äh… wir haben dann einen Unterschied zwischen dem normal sich verhaltenden Bär, dem Schadbär, und dem… äh… Problembär. Und… äh… es ist ganz klar, dass… äh dieser Bär… äh… ein Problembär ist und… äh… es ist im übrigen auch, im Grunde genommen auch durchaus… äh… ein gewisses Glück gewesen, der hat um ein Uhr nachts… äh… praktisch… äh… diese Hühner gerissen. Und… äh… Gott sei Dank war in dem Haus… äh… war… also jedenfalls ist… äh… es ist nicht bemerkt worden. Äh… stellen sie sich mal vor, der war ja mitten drin… stellen sie sich mal vor, die Leute wären raus und wären praktisch jetzt… dem Bären praktisch begegnet… äh… was hätte da passieren können.“